Valkyria ist eines der Spiele auf der PS3 die was ganz besonderes sind, da es so ganz anders gemacht ist, wie andere Vertreter dieser Sparte. Hierbei handelt es sich um ein RPG-Strategiespiel welches in einer Fantasy-Steampunk Welt um ein fiktives Europa um 1930 angesiedelt ist. Vor allem durch die ungewohnte aber extrem stilvolle graphische Darstellung fällt das Spiel auf, wie auch der Präsentation und dem Spielablauf selber. Man kommt sich hier vor, als wenn man einen richtig kunstvoll gezeichneten Anime durchspielen würde. Dies wird von vorne bis hinten konsequent durchgezogen, bei Handlung, Präsentation und auch den Charakteren. Ich finde alleine schon den Grafikstil extrem ansprechend, dieser wie mit Wachsmalkreiden gemalte Stil. Wirkt äußerst ansprechend, kunstvoll und unterstreicht den Charakter dieses Spieles komplett.
Zur Hintergrundgeschichte:
In den 30er Jahren ist Europa in zwei große Reiche aufgeteilt, das Empire und der Föderation. Als kleines unabhängiges Reich gibt es da noch Gallia, welches bisher immer versuchte neutral zum Konflikt zwischen Empire und Föderation zu stehen. Doch plötzlich wird das kleine Gallia vom Empire angegriffen und es beginnt ein verzweifelter Befreiungskrieg, den das kleine Gallia gegen das übermächtige Empire schlägt.
Doch das Spiel geht viel intensiver auf die einzelnen Charaktere im Spiel ein, die hier mit und gegeneinander kämpfen. Wie in einem typischen Anime werden diese Charaktere mit allen Feinheiten, ob positiv oder negativ ausgearbeitet und so bauen sich nach und nach immer mehr Sympathien oder auch Antipathien für die einzelnen Charaktere auf. Die Hauptrolle im Spiel stellt der Spielercharakter dar, Welkin Gunther, der Sohn des bekannten Generals und Kriegshelden aus dem ersten europäischen Krieg. Dieser trifft am Anfang, als er auf dem Weg zu seiner Heimatstadt Bruhl ist, auf die Kommandantin der Bürgerwehr von Bruhl, Alicia. Und gerade als er in Bruhl ankommt, fallen die Truppen des Empire in Bruhl ein und so wird Welkin ungewollt in diesen Krieg hineingezogen, was dazu führt, das er nach dem Epilog, in dem es um die Verteidigung und Flucht aus Bruhl geht, Kommandant von Squad 7 wird, der Einheit, die man zukünftig im Spiel kommandiert und managed. Und je weiter die Geschichte voranschreitet, umso mehr erfährt man über die Hintergründe der einzelnen Charaktere, als auch den Krieg selber.
Die Präsentation ist nicht nur grafisch ungewöhnlich, sondern auch vom Spielablauf selber. Von Kapitel zu Kapitel kommt man in einem Buch, in dem über viele Einzelepisoden die Handlung erzählt wird und pro Kapitel findet eine Schlacht statt, die man gewinnen muß, um in der Geschichte weiter zu kommen. Die Schlachten selber laufen Rundenbasierend. Doch auch hier ist die Spielmechanik etwas anders als gewohnt. Auf der strategischen Karte hat man Zugriff aus seine Kommandopunkte und entscheidet frei, für welche Einheit man diese ausgeben möchte, man kann einzelne Einheiten pro Runde auch mehrmals verwenden, wobei diese pro Aktion weniger Aktionspunkte besitzen. Hier gibt es Waffen die können beliebig oft eingesetzt werden, aber auch solche, die nur limitiert vorliegen. Handgranaten tragen die entsprechenden Einheiten jeweils nur eine mit sich und Scharfschützen und Panzerfaustschützen haben nur 3 Schuß zur Verfügung. Pro neue Runde wird jedoch wieder eine Position hinzugefügt, jedoch hat man nie Zugriff auf mehr als 1 Granate, bzw. 3 Schuß für die beiden Spezialwaffen. Lediglich Pioniere können die Munition wieder komplett aufladen. Als Einheiten gibt es Späher, Jäger, Scharfschützen, Panzerfaustschützen und Pioniere, sowie der Panzer Edelweiß, den man als Welkin steuert.
Wenn an die Einheit ausgewählt hat, kann man diese beliebig bewegen, bis die Aktionspunkte aufgebraucht sind und man kann eine Spezialaktion ausführen, wie Schießen, Handgranate werfen oder sich oder eine andere Einheit heilen. Beim Bewegen heißt es aber vorsichtig zu sein, denn Gegner schießen in „Echtzeit“ auf die Einheit, wenn diese entdeckt wird, bzw. durchs Schußfeld läuft. Das gleiche machen die eigenen Einheiten aber auch in der Bewegungsphase des Gegeners. So sollte man immer acht geben, wo man die Einheit stehen lässt.
Zur Verwaltung des Squad kann man bis zu 20 Mitglieder aus verfügbaren Rekruten wählen, die Klassen trainieren / leveln, als auch neue Ausrüstung kaufen, bzw. entwickeln lassen. Hier gilt, wenn ich die Späher trainiere und eine bessere Waffe für sie entwickel, gilt diese Entwicklung für alle meine Verfügbaren Späher.
Außerdem wird hier wie schon erwähnt viel Wert auf den Hintergrund gelegt und so gibt es tonnenweise Zusatzinformationen, auf die man nach und nach Zugriff erhält.
Zusammenfassend kann ich sagen, dieses Spiel hat wirklich Klasse und kann einem richtig fesseln. Vor allem wenn man eh ein Fan von Anime-Filmen ist, fühlt man sich hier sofort zu Hause, denn die Umsetzung ist sowas von gelungen und stimmig, das man auch über einige Macken hinwegsieht, bzw. auch mal einigen Frust wegsteckt, wenn es mal nicht so läuft, wie man es gerne hätte.
Wobei ich noch sagen sollte, daß es für die Missionen Lösungswege gibt, bei denen ohne taktisches Feingefühl durch das Level gerannt wird, und es so auch zu lösen ist. Denn die größte Macke am Spiel ist das Rating bei den Missionen, das auch über die Menge des verdienten Geldes und Erfahrungspunkte entscheidet. Hier wird nachdem was ich im Netz gelesen habe leider nicht das taktische können, sondern lediglich die benötigte Zeit.
Hierzu muß ich aber sagen, wenn das Spiel trotzdem versucht normal zu spielen, mit taktischen Feingefühl, erhält man zwar vielleicht nicht immer das höchste Rating, aber ein B habe ich trotzdem schon geschafft und das Spiel ist taktisch schon fordernd.
Man sollte auch noch dazu sagen, daß es das Spiel mittlerweile für €20 gibt, was für so ein Spiel ein faierer Preis mit einem tollen Preis-Leistungs-Verhältnis ist.
Abschließend meine Wertung: Top!
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